Damals war sie 17. Und weil sie schon immer Uhrmacherin werden wollte, kam der heute 27-jährigen Susen Albers die Casting-Show „Deine Chance! 3 Bewerber – 1 Job“ des Privatsenders Pro7 ganz recht. Sie bewarb sich kurzerhand als Kandidatin und ebnete sich mit dieser Entscheidung ihren Lebensweg, den sie bis heute keinesfalls bereut. Der Laufer Juwelier und Uhrmachermeister Wolfgang Klisch erkannte das Potential der jungen Frau, nahm sie mit in sein Team auf. Im Jahr 2018 ist Susen Albers an ihrem Ziel angekommen: Sie hat ihren Meister im Uhrmacherhandwerk gemacht. Das Sahnehäubchen: Sie hat sogar den Meisterpreis erhalten, weil sie zu den besten zwanzig Prozent der Jungmeister zählt. „Mein Beruf ist meine Leidenschaft, mein Hobby und ich könnte mir nichts Anderes vorstellen“, sagt sie. Ganz nebenbei hat sie übrigens auch noch eine verkürzte Lehre zur Goldschmiedin absolviert und auch hier eine besondere Auszeichnung erhalten. Im Raum Mittelfranken ist sie Kammersiegerin geworden, war mithin die beste aus ihrer Klasse.

In der Uhrmacherwerkstatt repariert Susen Albers alles was nicht mehr richtig tickt: Kleinuhren, Großuhren, moderne Uhren, antike Uhren. Ihr Motto: „Den Luxus des Zeitstillstandes können sich Menschen, aber nicht Uhren leisten.“ Zwischendurch noch was für die Statistik: An ihrem Meisterstück saß Susen Albers 124 Stunden und baute 83 handgefertigte Teile zu einer Uhr zusammen. „Der Beruf Uhrmacher erfordert eine Leidenschaft, eine Handwerkskunst bei der man ein technisches Verständnis, Geduld und die Liebe zur Genauigkeit haben muss. Das Interessante, vielleicht sogar das Eindrucksvollste ist die Historie eines Zeitmessers nachvollziehen zu können. Die Farbpalette an Uhren ist so reich, dass man immer wieder etwas Neues sieht.“

Diese Aussage unterstreicht auch ihr Chef, Wolfgang Klisch. „Leider reduziert sich das Handwerk immer mehr, Uhrmacher besetzen immer mehr eine Nischenposition.“ Gerade deshalb sei es auch weiterhin notwendig, kontinuierlich Fachkräfte in diesem Bereich auszubilden, „denn es wird auch weiterhin hochwertige Uhren, Luxusuhren und auch antike Uhren geben, die Service und eine geschickte Hand benötigen.“