Schon mit neun Jahren suchte sie den Sinn des Lebens. Ein Mädchen, das auf dem Dorf aufwuchs und direkt neben einem Friedhof wohnte. Heimlich beobachtete sie die Beerdigungszeremonien und immer mit der Frage: Hat derjenige ein glückliches Leben geführt? Und so führte ihr Leben über viele Stationen zu der Berufung, die sie jetzt ausübt. Mentaltraining. Bewusstseinsarbeit. Ein Berufsfeld, in dem man am meisten mit Gefühlen zu tun hat. Und zwar mit allen. Trauer. Glück. Liebe. Verzweiflung. Angst. Aber nicht nur Gefühle werden hier besonders behandelt und erforscht. Es geht auch um Formen, wie man mit Gefühlen umgeht, wie man Gefühle beispielweise kompensiert.

Faszination Gefühle. Fühlst Du schon authentisch oder kompensierst Du noch?

Die heutige Gefühls-Architektin Katrin Persigehl fand durch zahlreiche Coachings heraus, dass Menschen eben gerne kompensieren. Sie kompensieren ihre Träume, statt sie zu erleben. Menschen rauchen, Menschen verschlingen Süßigkeiten, trinken viel Kaffee, auch Alkohol, gehen gerne einkaufen, oft und gerne auch online. Süchte. Auf der Suche nach etwas, im vermeintlichen Außen finden, was in ihrem Inneren eigentlich einfach nur darauf wartet, entdeckt zu werden.

Wir konsumieren, um zu kompensieren. Wir arbeiten viel, um zu konsumieren. Um zu kompensieren. Mit Zigaretten, Alkohol, Klamotten, Arbeit. Ja wir konsumieren sogar unseren Arbeitsplatz. Ist das nicht irre? Weil wir glauben irgendwo unabdingbar zu sein. Sind wir aber nicht. Wir sind immer gebraucht und immer abdingbar. Denn man darf sich mal die Ruhe gönnen und danach geht es auch weiter.

„Wenn Du also den Pause-Knopf drückst, bringst Du Dir selbst Wertschätzung entgegen“, sagt Katrin Persigehl. Und weil alles dem Gesetz der Resonanz unterliegt, „bist Du auch für Mitmenschen wertvoll, weil Du Deinen eigenen Wert erkennst, wenn Du Pause drücken musst.“ Das gibt wiederum Deinem Mitmenschen die Möglichkeit, „auch mal Pause zu drücken“.

Je mehr Druck man in sich selbst ausübt, desto mehr entsteht in der Welt. Druck erzeugt Druck. Wertschätzung erzeugt Wertschätzung.

Bleib mal kurz stehen und erkenne es an.

Sie ist sich sicher: Du bist wichtig, auch ohne Leistung.

Wenn Du Gefühle mit Dingen kompensierst, wirst Du irgendwann auch nur Dinge haben. Gefühle nimmt Dir keiner. Und jedes Gefühl hat ein Recht darauf gelebt und umgewandelt zu werden.

„Wenn Du Dich achtest und das tust, wonach Dir ist, werden sich Personen zu Dir gesellen, die tun, wonach ihnen ist und Gleichgesinnte können sich treffen.

Die Mentaltrainerin gibt eine einfache Frage mit auf den Weg: „Spürst Du die Harmonie, die in dieser Welt aufsteigen könnte, wenn wir statt zu kompensieren, einfach nur tun?“

Gute Gefühle für alle. Jeden Tag.